Das Problem

Gegenwärtige Systeme bieten den jeweils Herrschenden Anreize, sich selbst auf Kosten des Gemeinwesens zu bereichern, das Geld der anderen zur Mehrung des eigenen Ruhms zu verschwenden und Wählerstimmen durch vermeintliche Gratisleistungen zu kaufen. Aber es führt kein Weg an der Einsicht vorbei: Ein wie auch immer legitimiertes System, welches per Gesetz Enteignungen zugunsten Dritter vorsieht (etwa in Form von Steuern und Sozialabgaben) und dem nicht alle Betroffenen vorab zugestimmt haben, kann auf Dauer weder ein friedliches, noch ein berechenbares Miteinander schaffen. Es zerstört die Grundlagen und Resultate freiwilliger Kooperation durch staatliche Macht. Es vernichtet dadurch sukzessive das, was eine Gesellschaft erfolgreich und attraktiv macht und mündet in einen Kampf aller gegen alle um die Durchsetzung begünstigender Regelungen.

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Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob das System eher demokratischen oder eher autoritären Zuschnitts ist – die Fehlanreize sind vergleichbar. Autoritäre Ordnungen funktionieren nur solange besser, wie die Personen an der Spitze integer und führungsstark sind. Aber alle Systeme, deren Erfolg davon abhängt, dass besonders befähigte Personen an der Spitze stehen, haben auf Dauer keine Überlebenschance. Neue Ansätze müssen daher so konzipiert sein, dass sie auch ohne geniale Lenker überdauern können. Und je weniger Lebensbereiche die Politik kontrolliert, desto weniger spielt es eine Rolle, wer die Politiker kontrolliert.

Anforderungen an neue Systeme

Eine neue und langfristig stabile Gesellschaftsordnung, muss daher von denjenigen die das Gemeinwesen leiten, verlangen, dass diese

  • ein eigenes wirtschaftliches Interesse am Erfolg des Gemeinwesens haben (skin in the game),

  • für Fehler haftbar gemacht werden können (Kopplung von Macht und Verantwortung),

  • ihren Bürgern den jederzeitigen Weggang oder eine Sezession ermöglichen, ohne finanzielle oder sonstige Hürden aufzurichten (Ermöglichung von Wettbewerb),

  • einzelnen Gruppen oder Bürgern keine Sondervorteile gewähren können (Vermeidung von Lobbyismus, Korruption und Verteilungskämpfen)

  • schriftlich genau umrissene Verpflichtungen und Kompetenzen haben, die nicht einseitig geändert werden können (Rechtssicherheit, Planbarkeit),

  • im Falle von Differenzen vor unabhängigen Gerichten oder Schiedsstellen von den Betroffenen verklagt werden können (neutrale Streitschlichtung).

Es wird deutlich, dass auch die westlichen demokratischen Rechtsstaaten eigentlich nur das letzte Kriterium erfüllen, häufig mit Einschränkungen, da nur bestimmte Organe die Regierung verklagen können. Die durch die Verfassungen eigentlich vorgesehene Rechtssicherheit und Planbarkeit ist in der Staatenpraxis nicht mehr gegeben, da die Machthaber mit ihren Parlamentsmehrheiten und durch die Ernennung von Richtern sowohl Wortlaut als auch Auslegung der Verfassung weitgehend beliebig steuern können. Es ist also an der Zeit, neue Produkte in den „Markt des Zusammenlebens“ einzuführen.

Die Lösung: Freie Privatstadt

Jetzt stellen Sie sich ein System vor, in dem Ihnen ein privates Unternehmen als „Staatsdienstleister“ Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum bietet. Diese Leistung umfasst innere und äußere Sicherheit, einen Rechts- und Ordnungsrahmen sowie eine unabhängige Streitschlichtung. Sie zahlen einen vertraglich fixierten Betrag für diese Leistungen pro Jahr. Der Staatsdienstleister als Betreiber des Gemeinwesens kann diesen „Bürgervertrag“ mit Ihnen später nicht einseitig ändern. Sie als „Vertragsbürger“ haben einen Rechtsanspruch darauf, dass er eingehalten wird und einen Schadensersatzanspruch bei Schlechterfüllung.

Um alles andere kümmern Sie sich selbst, können aber auch machen, was Sie wollen, begrenzt nur durch die Rechte der anderen und die sonstigen überschaubaren Regeln des Zusammenlebens. Das schließt ein, sich mit anderen für alle möglichen Zwecke zusammen zu schließen.

Diskussion über LEAP-Zonen zwischen Titus Gebel und Mark Klugmann

Streitigkeiten zwischen Ihnen und dem Staatsdienstleister werden vor unabhängigen Schiedsgerichten verhandelt, wie im internationalen Handelsrecht üblich. Ignoriert der Betreiber die Schiedssprüche oder missbraucht er seine Macht auf andere Weise, wandern seine Kunden ab, und er geht in die Insolvenz. Er hat also ein wirtschaftliches Risiko und daher einen Anreiz, seine Kunden gut und vertragsgemäß zu behandeln.

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Dieses System heißt Freie Privatstadt. Auf den ersten Blick mag es unerhört radikal oder utopisch erscheinen. Allerdings nutzen wir den Dienstleistungsansatz bereits sehr erfolgreich in anderen Bereichen unseres Lebens. Der Übertrag auf unsere Gesellschaftsordnung stellt lediglich den letzten Schritt einer bereits im Gange befindlichen Entwicklung dar. Das Neue ist, dass das Zusammenleben auf rein privatwirtschaftlicher Ebene stattfindet, aber das System trotzdem in der Lage ist, sämtliche von Bewohnern bisheriger Staaten nachgefragten Leistungen (insbesondere Sicherheit) zu erbringen. Und zwar besser, billiger und mit weit höheren Freiheitsgraden für die Kunden bzw. Vertragsbürger. Die Hauptelemente des freien Marktes werden einfach auf das Zusammenleben übertragen, nämlich der freiwillige Leistungsaustausch, das Recht Angebote abzulehnen und der Wettbewerb als Entdeckungsverfahren, Machtbegrenzungsmittel und Qualitätsfilter. Da die Teilnahme an der Freien Privatstadt freiwillig ist, muss das Konzept dauerhaft attraktiv sein, sonst kommt niemand oder die Bewohner wandern wieder ab.

Gerade die Konstruktion als Dienstleistungsvertrag hat den Vorteil, dass sie bereits erprobt und bewährt ist. Sie entspricht dem, was wir aus den privaten Geschäften des täglichen Lebens kennen. Sei es der Brötchenkauf beim Bäcker, der Abschluss einer Versicherung oder die Beauftragung eines Steuerberaters. Stets liegt ein gegenseitiger, einvernehmlich geschlossener Vertrag zu Grunde. Dieser regelt, welches Produkt oder welche Dienstleistung zu welchen Bedingungen und zu welchem Preis zu liefern ist. Das gilt selbst dann, wenn der Vertrag – wie beim Bäcker – nur durch schlüssiges Verhalten zustande gekommen ist. Der Käufer weiß, dass sein Vertragspartner ein wirtschaftliches Interesse hat; dieser muss ihm weder Gemeinwohl noch Menschheitsrettung als Motive vorgaukeln. Bei Streitigkeiten kann man sich an unabhängige Gerichte oder Schiedsstellen wenden. Kein Verkäufer würde damit durchkommen, dass er nachträglich einseitig den Vertragsinhalt ändert („Sie zahlen ab jetzt das Doppelte, bekommen dafür aber eine zusätzliche Leistung, die sie nicht bestellt haben“) oder er eine Streitschlichtung ausschließlich durch eigene Einrichtungen erlaubt.

Geschäftsidee statt Utopie

In einer Freien Privatstadt ist jeder Souverän Seiner Selbst, der aufgrund freiwilliger Vereinbarung einen echten Vertrag mit einem mehr oder weniger gewöhnlichen Dienstleister abgeschlossen hat, den Bürgervertrag. Beide Parteien sind formal gleichberechtigt und somit rechtlich auf Augenhöhe. An die Stelle des Verhältnisses Obrigkeit-Untertan tritt das Verhältnis Kunde-Dienstleister. Anders als in herkömmlichen Systemen, wo der Bürger zur Steuerzahlung verpflichtet ist, ohne ein korrespondierendes Leistungsrecht zu haben, stehen in einer Freien Privatstadt Leistung und Gegenleistung in einer direkten Beziehung.

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In einer Freien Privatstadt, beide Vertragspartner haben einen Anspruch auf Vertragserfüllung, d. h. der Betreiber kann vom Vertragsbürger die Zahlung des festgesetzten Beitrags verlangen, aber eben keine zusätzlichen Beträge. Der Vertragsbürger wiederum kann vom Betreiber einklagen, dass dieser seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommt, indem er etwa Sicherheit und ein funktionierendes Zivilrechtssystem gewährleistet. Wer der Betreibergesellschaft gerade vorsteht oder wem diese gehört, ist für das Funktionieren des Modells ohne Belang.

Eine Freie Privatstadt ist mithin keine Utopie, sondern vielmehr eine Geschäftsidee, deren funktionale Elemente bereits bekannt sind und die lediglich auf einen anderen Sektor übertragen werden, nämlich den des Zusammenlebens. Im Grunde stellt der Betreiber als Dienstleister nur den Rahmen, innerhalb dessen sich die Gesellschaft ergebnisoffen im Sinne einer „spontanen Ordnung“ (Hayek) entwickeln kann.

Grundsätze des Zusammenlebens

Das Miteinander in der Freien Privatstadt beruht auf wenigen Grundsätzen. Die Leitprinzipien sind Selbstbestimmung und Privatautonomie. Für das Zusammenleben gilt die Goldene Regel wie sie in dem Sprichwort „Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu“ zum Ausdruck kommt; daneben das Prinzip do ut des („Ich gebe, damit Du gibst“), also die Erkenntnis, dass Leistung auf Gegenleistung beruht; schließlich das Freiwilligkeits- bzw. Nichtaggressionsprinzip, mithin der Vorrang von freiwilliger Kooperation gegenüber Zwang und Enteignung, auch für vermeintlich gute Zwecke.

Zur Einhaltung dieser Grundregeln können oder müssen auch Zwangsmittel angewendet werden. Schwerwiegende oder wiederholte Verstöße führen zudem zum Ausschluss aus der Privatstadt. Zur Freiwilligkeit gehört das Recht, den Aufenthalt in der Freie Privatstadt jederzeit wieder zu beenden.

Titus Gebel im Gespräch mit Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein

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Freie Privatstädte erwarten von ihren Vertragsbürgern Mündigkeit und Selbständigkeit. Dazu gehört die Übernahme von Verantwortung für sich und andere, die Stärkung von Familie und kleinen Gemeinschaften, sowie Ideen- und Erfindungsreichtum zur Überwindung von Schwierigkeiten. Dafür winken die Freude und Zufriedenheit, sein Leben aus eigener Kraft nach eigenen Vorstellungen meistern zu können. Langfristig wächst auf diese Weise eine Gemeinschaft von selbstbewussten, aufgeweckten und wirklichkeitsbezogenen Menschen heran. Wenn jeder frei entscheiden kann, was er tun und wie er leben möchte, gibt es auch für Mitbestimmungsorgane wie Parlamente keinen wirklichen Bedarf. Diese laufen immer Gefahr, von Interessengruppen oder der Regierung für ihre Zwecke gekapert zu werden. Die Veränderungssperre zugunsten von Freiheit und Selbstbestimmung in einer Freien Privatstadt ist der Bürgervertrag. So können sich zwar die Bewohner auf eine Interessenvertretung einigen und etwa einen Gemeinderat etablieren. Aber auch wenn 99 % der Bewohner dort mitmachen und sich freiwillig den Mehrheitsentscheidungen unterwerfen, hat dieses Gremium kein Recht, den übrigen 1 %, die damit nichts zu tun haben wollen, seine Ideen aufzuzwingen. Das ist genau der Punkt, an dem staatliche Systeme regelmäßig scheitern: die dauerhafte Gewährleistung der individuellen Freiheit.

Gewinnerfordernis

Das Gewinnerfordernis des Stadtbetreibers ist von zentraler Bedeutung. Viele Menschen halten Gewinnstreben für etwas Unmoralisches und wollen am liebsten nichts damit zu tun haben. Sie verkennen, dass es keinen besseren Anreiz gibt, knappe Mittel optimal einzusetzen. Gewinnerfordernis und Wettbewerb zwingen den Betreiber einer Freien Privatstadt dazu, sein Produkt permanent zu verbessern und die Ressourcennutzung zu optimieren. Jede Entscheidung die er trifft, hat unmittelbare Auswirkungen. Erhöht dies die Zufriedenheit der Bewohner bzw. wird jene durch Sparmaßnahmen nicht vermindert? Mit anderen Worten: werden dadurch in letzter Konsequenz höhere Einnahmen als Ausgaben generiert? Falls ja, wird Gewinn erzielt und der Unternehmenswert der Freien Privatstadt erhöht. Falls nein, muss die Maßnahme rückgängig gemacht oder verbessert werden. Eine solche Effizienz wird von staatlichen Ordnungen niemals erreicht werden können.

Implementierung

Umsetzung

Um eine Freie Privatstadt umzusetzen, ist innere Autonomie notwendig. Dies bedeutet nicht zwingend völkerrechtliche Souveränität, aber zumindest das Recht, die eigenen Angelegenheiten selbständig zu regeln. Zur Etablierung einer Freien Privatstadt bedarf es daher einer vertraglichen Vereinbarung mit einem bestehenden Staat. In diesem Vertrag räumt der „Gastgeberstaat“ der Betreibergesellschaft das Recht ein, auf einem abgegrenzten Territorium die Freie Privatstadt gemäß den vereinbarten Bedingungen zu errichten.

Freie Privatstädte entsprechen somit weder privat verwalteten Neubaustädten noch Gated Communities, die voll dem Recht des jeweiligen Staates unterliegen, noch autoritär regierten Stadtstaaten wie Singapur oder Dubai, welche jederzeit einseitig die Regeln ändern können. Sie gehen auch deutlich über Sonderwirtschaftszonen hinaus, sondern entsprechen eher selbstständigen Sonderverwaltungszonen, vergleichbar etwa dem Verhältnis Hong Kongs oder Macaus zu China.

Win-Win Situation

Aber warum sollten bestehende Staaten, deren Zustimmung man braucht, sich darauf einlassen? Wie schon bei den Freien Reichsstädten des Mittelalters gibt es nur einen einzigen Grund: eigene Interessen. Staaten können einverstanden sein, für ein bestimmtes Gebiet einen Teil ihrer Befugnisse abzugeben, wenn sie sich Vorteile davon versprechen. Man muss also eine win-win-Situation schaffen.

Immer mehr Menschen und Unternehmen leiden unter zunehmender Unsicherheit, weniger Freiheiten und sich immer ändernden Gesetzen. Ihnen eine sichere, freie und bezahlbare neue Heimat zu geben, deren Leistung auf einem greifbaren und durchsetzbaren Vertrag basiert, könnte ein echter game changer werden.

Die Errichtung von Freien Privatstädten in bis dahin unerschlossenem Land, würde nicht nur die Attraktivität und den Wert der Region, sondern auch den der Betreibergesellschaft und der lokalen Geschäfte erhöhen. Falls das Konzept funktioniert, könnte es überall in der Welt angewendet werden. Mit dem richtigen gesetzlichen Rahmen ist alles möglich. Die unabhängige Stadt Singapur überholte das Welt pro Kopf BIP in weniger als 30 und das der USA in weniger als 50 Jahren.

Vom Entwicklungsland zur Weltführer: Singapurs Wohlstandsexplosion.

BIP pro Kopf (current USD)

  • Singapur
  • Welt
Quelle: Weltbank

Lee Kuan Yews Singapur blühte auf, während Fidel Castros Kuba dahindümpelte.

BIP pro Kopf (current LCU)

  • Singapur
  • Vereinigte Staaten
  • Kuba
Quelle: Weltbank

Man betrachte Hong Kong, Singapur oder auch Monaco. Um diese Stadtstaaten herum hat sich in den angrenzenden Ländern eine Art Wohlstandsgürtel gebildet. Dessen Einwohner versteuern in die Anrainerstaaten. Daneben schaffen die genannten Stadtstaaten zahlreiche Arbeitsplätze für Pendler aus den umliegenden Ländern, die andernfalls vielleicht arbeitslos geblieben wären. Wenn nun eine Freie Privatstadt in einem vormals strukturschwachen oder unbesiedelten Gebiet entsteht, dann kann der Gastgeberstaat aufgrund dieser Effekte nur gewinnen.

Hong Kong

Monaco

Singapore

Grafik: Wohlstandsgürtel um Hong Kong, Monaco und Singapur

Aber auch in dichter besiedelten Gegenden gilt, dass der wirtschaftliche Nutzen, welche der Gastgeberstaat aus ihnen generiert, nach Etablierung einer Freien Privatstadt höher sein kann als vorher. In anderen Fällen sind Regierungen reformbereit, sehen sich im eigenen Land aber erheblichen Hindernissen und Beharrungskräften ausgesetzt, die aus unterschiedlichsten Gründen keine Veränderung wollen. In derartigen Fällen können Freie Privatstädte neue Ansätze ermöglichen, ohne das politische System des Gastgeberstaates ändern zu müssen. Es kann weiter Sondersituationen geben, wie etwa die Einrichtung von Sicherheitszonen oder Flüchtlingsstädten in ehemaligen Bürgerkriegsgebieten oder der Wunsch, in Sonderzonen Alternativlösungen auszuprobieren. In solchen Fällen kann es vorteilhaft sein, die Verwaltung einem unabhängigen, unparteiischen Privatunternehmen anzuvertrauen.

Hemmschwelle senken

Bestehende Staaten dazu zu bewegen, einen Teil ihrer Souveränität aufzugeben, ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Trotzdem erscheint dieser Weg einfacher, als bestehende Systeme „von innen“ in Richtung auf mehr Freiheit, Rechtssicherheit und Selbstverantwortung zu verändern. Am einfachsten gelingt dies, indem man an bekannte Konzepte andockt. Namentlich kann man Freie Privatstädte als „Sonderwirtschaftszone Plus“, „Prosperitätszone“ oder „Sonderzone“ bezeichnen, um die Hemmschwelle abzusenken. Es existieren weltweit bereits über 4000 Sonderwirtschaftszonen.

In vielen möglichen Gastgeberstaaten muss gleichwohl erst die gesetzliche Grundlage geschaffen werden, bevor ein Vertrag mit der Betreibergesellschaft einer Freien Privatstadt / Sonderzone geschlossen werden kann. Das erfordert meist ein Parlamentsgesetz oder gar eine Verfassungsänderung.

Dieser Schritt ist politisch kein leichtes Unterfangen und stellt in der Praxis die größte Hürde dar. Bevor Planungen für die Etablierung einer Freien Privatstadt aufgenommen werden, sollte daher geklärt werden, ob die erforderliche rechtliche Autonomie politisch durchsetzbar ist. Das kann anhand der folgenden Liste geschehen:

Voraussetzungen zur Etablierung einer idealen Freien Privatstadt (Klick)
  1. KAUFMÄNNISCHE UND UNTERNEHMERISCHE FREIHEIT. Die Freie Privatstadt hat die Befugnis, Wirtschafts- und Handelsrecht nach eigenem Gutdünken zu regeln. Dies schließt arbeitsrechtliche, baurechtliche und umweltrechtliche Vorschriften ein, welche Unternehmensgründung und -durchführung erleichtern. Hierzu zählt auch die Möglichkeit, in jeder beliebigen Währung Geschäfte abzuschließen und schnell und unkompliziert Unternehmen gründen zu können.
  2. FISKAL- UND SOZIALPOLITISCHE FREIHEIT. Die Freie Privatstadt kann ein eigenes Steuer-, Zoll- und Sozialregime errichten, das unabhängig von den Regelungen des Gastgeberstaates ist.
  3. EIGENTUMSRECHTE. Der Erwerb von Eigentum, auch Grundeigentum ist ohne weitere Hürden und rechtssicher nach den Regeln der Freien Privatstadt möglich. Die entsprechenden Rechtsakte werden vom Gastgeberstaat anerkannt.
  4. JURISTISCHER STATUS DER BEWOHNER. Die Rechtsposition der Bewohner (aus dem Bürgervertrag mit dem Stadtbetreiber) wird vom Gastgeberstaat anerkannt, auch wenn einige gleichzeitig seine eigenen Staatsbürger sind.
  5. SELBSTVERWALTUNG. Justiz, Polizei und Verwaltung werden in eigener Regie und durch eigenes Personal durchgeführt.
  6. INTERNE AUTONOMIE. Der Gastgeberstaat und dessen Organe mischen sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Privatstadt, ihrer Bewohner oder Unternehmen ein.
  7. MENSCHENRECHTE. Grundlegende Freiheitsrechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit sowie die Gleichheit vor dem Gesetz sind gewährleistet, auch wenn dies im Gastgeberstaat nicht der Fall ist.
  8. EINWANDERUNGSKONTROLLE. Die Freie Privatstadt ist berechtigt, unerwünschte Personen auszuweisen oder diesen den Eintritt zu verweigern, auch wenn es sich dabei um Angehörige des Gastgeberstaates handelt.
  9. SOUVERÄNITÄT. Der Status der Freien Privatstadt wird vom Gastgeberstaat für einen langjährigen Zeitraum garantiert (ideal: 99 Jahre).
  10. INVESTORENSCHUTZ. Sämtliche Investitionen, die in der Freien Privatstadt getätigt werden, unterliegen einem besonderen, vertraglich garantierten Schutz.

Territorium und Projektgesellschaft

Schließlich muss ein Territorium gesichert werden, dass idealerweise Seezugang hat. Dieses Land ist vormals entweder im Eigentum der Regierung oder im Privateigentum. Im letztgenannten Fall ist es vorzugswürdig, eine Optionsvereinbarung zu schließen, die einen Erwerb zu einem festgelegten Preis nur für den Fall vorsieht, dass die Sonderzone tatsächlich zu Stande kommt. Um die Freiwilligkeit der Teilnahme zu gewährleisten, sollte dieses Gebiet anfänglich unbewohnt sein.

Ist es wahrscheinlich, dass die vorgenannten Bedingungen erfüllt werden können, ist anzuraten, für die jeweilige Freie Privatstadt eine Projektgesellschaft zu gründen. Es empfiehlt sich, diese Gesellschaft in einem Land anzusiedeln, das mit dem Gastgeberstaat ein Investitionsschutzabkommen geschlossen hat, um in den Genuss der entsprechenden Regelungen zu kommen.

Um Projekte zu fördern die dem Gedanken einer Freien Privatstadt entsprechen, haben wir unsere Beratungsfirma TIPOLIS ins Leben gerufen. Alle wichtigen Neuigkeiten zum Fortschritt solcher Projekte, werden in unserem quartalsweise erscheinenden Newsletter bekannt gegeben.

Titus Gebel mit Beratern Oliver Porter und Mark Frazier

Unterstützung

Es gibt viele Wege uns auf unserer Mission zu unterstützen. Hier sind einige gelistet:

Titus Gebel beantwortet Fragen aus dem Publikum

Die Idee verbreiten

Am einfachsten kann jeder die Idee unterstützen, indem er auf sozialen Medien die Webseite, das Buch oder unsere Videos und Blogartikel verlinkt. Es hilft auch das Buch auf Amazon und Goodreads zu bewerten. Außerdem kann man Fanartikel bei uns bestellen und uns so ganz einfach ein bisschen finanziell unterstützen.

Es gibt außerdem die Möglichkeit der Übersetzung von Inhalten. Viele unserer Artikel wurden bereits in etliche Sprachen übersetzt und dafür möchten wir uns ganz herzlich bei den Übersetzern bedanken. Fühlt euch eingeladen unsere Artikel und Videos in jede euch geläufige Sprache zu übersetzen. Falls ihr diese dann irgendwo veröffentlicht, lasst uns doch bitte einen Link zukommen, damit wir die Inhalte auf social Media verbreiten können. Wenn Du das Buch Freie Privatstädte übersetzen möchtest, wende dich bitte direkt an uns.

Freie Privatstädte sind derzeit die einzige nicht totalitäre Alternative zu westlichen Demokratien. Für den Fall, dass unsere Demokratien in Krisen geraten, womit früher oder später zu rechnen ist, ist es überaus wichtig diese Idee zu verbreiten, damit wir zu zeitnahen Lösungen kommen können.

 

Werde ein Botschafter

Wir suchen für jedes Land mindestens einen Botschafter der unsere Idee verbreitet und idealer Weise auch Kontakte in die Politik hat. Botschafter sind auch die lokalen Ansprechpartner für alle interessierten Akteure.

Interessierte Kandidaten müssen den gelisteten Anforderungen entsprechen und sollten uns über das Kontaktformular ansprechen.

Aktiv Investieren

Wer Interesse hat, ein Unternehmen in Freie Privatstädten anzusiedeln oder anderweitig zu investieren, möge sich bitte mit uns direkt in Verbindung setzen.

Wer Vertragsbürger einer Freien Privatstadt werden möchte, trage sich bitte in den Newsletter ein. Sobald die ersten Projekte spruchreif sind, wird dort informiert.

Falls sie der Meinung sind, ein bestimmtes Land käme als Gastgeberstaat infrage, schauen Sie bitte auf unserer Wunschliste. Bitte erörtern Sie diese mit ihnen bekannten Personen, die über Einblick oder Einfluss in der Politik des entsprechenden Landes verfügen und teilen uns mit, welche dieser Punkte umsetzbar sind. Bevor diese Fragen nicht beantwortet sind, macht es keinen Sinn, weitere Pläne über die Errichtung einer Freie Privatstadt zu machen.

Überzeugung

Interessierte Kandidaten müssen die Freien Privatstädten zu Grunde liegenden Prinzipien von Selbstbestimmung und Systemwettbewerb unterstützen

Buchwissen

Interessierte Kandidaten müssen das Buch kennen. Fachwissen im Bereich Sonderwirtschaftszonen und Selbstverwaltungskonzepten ist ein Plus.

Gesprächskompetenz

Interessierte Kandidaten sollten aufkommenden Fragen und Einwände (FAQs) souverän beantworten können.

Netzwerk

Interessierte Kandidaten sollten über ein ein umfangreiches Netzwerk von Investoren, Fachleuten, Politikern und Unternehmern verfügen.